Neue ICD-10 Codes für ME/CFS und Long-COVID ab 2026: Was Betroffene wissen müssen

Seit dem 1. Jan­u­ar 2026 hat sich die medi­zinis­che Kodierung für Myal­gis­che Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syn­drom (ME/CFS) und Long-COVID (LC) grundle­gend geän­dert. Die neuen ICD-10-GM Codes bieten endlich eine dif­feren­ziert­ere Erfas­sung dieser kom­plex­en Erkrankun­gen – eine Entwick­lung, die nicht nur bürokratisch ist, son­dern für Betrof­fene weitre­ichende prak­tis­che Kon­se­quen­zen hat.

Was hat sich konkret geändert?

Der bish­erige Code G93.3 für ME/CFS ist seit Jahres­be­ginn 2026 nicht mehr gültig. Ärzte kön­nen diesen Code bei Arbeit­sun­fähigkeits­bescheini­gun­gen und anderen medi­zinis­chen Doku­menten nicht mehr ver­wen­den. Stattdessen müssen sie nun auf spez­i­fis­chere fün­f­stel­lige Codes zurück­greifen, die eine genauere Klas­si­fizierung ermöglichen.

Diese Änderung hat erhe­bliche Bedeu­tung für die medi­zinis­che Ver­sorgung und den Schutz von Betrof­fe­nen. Erst­mals wird nun sys­tem­a­tisch zwis­chen postin­fek­tiösen und nicht-postin­fek­tiösen For­men unter­schieden – ein wichtiger Schritt zur besseren Erfas­sung und Erforschung dieser Erkrankun­gen.

Die neuen ME/CFS-Codes im Detail

Die Aufteilung erfol­gt nun in drei Kat­e­gorien:

G93.30 – Chro­nis­ches Fatigue-Syn­drom, postin­fek­tiös: Dieser Code wird ver­wen­det, wenn ME/CFS nach ein­er Infek­tion aufge­treten ist. Er schließt aus­drück­lich die Myal­gis­che Enzephalomyelitis in postin­fek­tiös­er Form ein. Für Long-COVID-Betrof­fene, die nach ein­er SARS-CoV-2-Infek­tion ME/CFS entwick­elt haben und die voll­ständi­gen ME/CFS-Kri­te­rien erfüllen, ist dieser Code rel­e­vant. In solchen Fällen muss zusät­zlich der Code U09.9! für Post-COVID-Zus­tand angegeben wer­den.

G93.31 – Chro­nis­ches Fatigue-Syn­drom, nicht postin­fek­tiös: Wenn kein ein­deutiger Zusam­men­hang mit ein­er vor­ange­gan­genen Infek­tion beste­ht, aber die Ursache bekan­nt ist, wird dieser Code ver­wen­det. Auch hier ist die Myal­gis­che Enzephalomyelitis in nicht-postin­fek­tiös­er Form eingeschlossen. Kodiert wird zusät­zlich die Ursache, z. B. Flu­o­rchi­nolon-assozi­ierte Langzeit-Neben­wirkun­gen (Y57.90!).

G93.39 – Chro­nis­ches Fatigue-Syn­drom, nicht näher beze­ich­net: Dieser Code kommt zum Ein­satz, wenn keine genauere Zuord­nung möglich ist oder die erforder­lichen Infor­ma­tio­nen nicht vor­liegen.

Das bedeutet, jed­er der bish­er ein G93.3 kodiert bekom­men hat­te, wird nun zu einem dieser spez­i­fis­cheren Kat­e­gorien ein­ge­ordet. Bei mir z. B. ME nach EBV lautet es: G93.30 + B94.81.

Die neuen PEM-Codes

Beson­ders bedeut­sam ist die Ein­führung der neuen Codes unter R53, die sich auf die Post-Exer­tionelle Malaise (PEM) beziehen:

R53.0 – Chro­nis­che Fatigue mit Angabe ein­er post-exer­tionellen Malaise [PEM]
R53.1 – Chro­nis­che Fatigue ohne Angabe ein­er post-exer­tionellen Malaise [PEM]

Diese Codes schließen eine wichtige Lücke in der medi­zinis­chen Doku­men­ta­tion. PEM ist das Kar­di­nal­symp­tom von ME – eine abnorme Ver­schlechterung der Symp­tome nach kör­per­lich­er, geistiger, emo­tionaler oder sozialer Anstren­gung, die oft erst mit Verzögerung (12 bis 74 Stun­den) ein­tritt und unver­hält­nis­mäßig lange andauert.

Das Prob­lem bish­er: Viele Betrof­fene zeigen zu Beginn ihrer Erkrankung bere­its PEM/PENE, erfüllen aber noch nicht alle Diag­nosekri­te­rien für ME. Die kanadis­chen Kon­sen­skri­te­rien (CCC) ver­lan­gen beispiel­sweise eine Krankheits­dauer von min­destens sechs Monat­en. In dieser Früh­phase waren Patien­ten oft unzure­ichend geschützt und wur­den möglicher­weise falschen Ther­a­piean­sätzen zuge­führt.

Pro­fes­sor Steinack­er erwäh­nte in seinen Unter­suchun­gen, dass einige Long-COVID-Patien­ten zwar PEM/PENE aufwiesen, aber zunächst nur zwei bis drei der kanadis­chen bzw. der inter­na­tionalen Kon­sen­skri­te­rien erfüll­ten. Mehr als die Hälfte dieser Patien­ten entwick­el­ten sein­er Aus­sage nach inner­halb von ein paar Monat­en bis zu einem Jahr das Voll­bild von Myal­gis­ch­er Enzephalomyelitis.

Mit den neuen R53-Codes kann nun bere­its in dieser kri­tis­chen Früh­phase — oder wenn noch nicht alle anderen Symp­tome, die zur Diag­nose nötig sind — die PEM/PENE doku­men­tiert wer­den. Dies ist beson­ders wichtig für die Wahl der richti­gen Behand­lung und Reha­bil­i­ta­tion.

Welcher Code ist wann der richtige?

Die Entschei­dung, welch­er Code ver­wen­det wird, hängt davon ab, ob die voll­ständi­gen Diag­nosekri­te­rien für ME/CFS erfüllt sind. In Deutsch­land ori­en­tieren sich Ärzte laut Prax­isleit­faden der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS und der Char­ité an den Kanadis­chen Kon­sen­skri­te­rien (CCC) oder den IOM-Kri­te­rien. Diese ver­lan­gen unter anderem eine Min­desterkrankungs­dauer von sechs Monat­en.

Sit­u­a­tion 1: Eine Per­son erfüllt alle Diag­nosekri­te­rien für ME/CFS – sie lei­det seit min­destens sechs Monat­en unter PEM/PENE sowie weit­eren charak­ter­is­tis­chen Symp­tomen wie Schlaf­störun­gen, neu­rokog­ni­tiv­en Beein­träch­ti­gun­gen und ortho­sta­tis­ch­er Intol­er­anz.
Code: G93.3x (je nach Ursache .30, .31 oder .39)

Sit­u­a­tion 2: Eine Per­son zeigt bere­its PEM/PENE und chro­nis­che Fatigue, erfüllt aber noch nicht alle ME/CFS-Kri­te­rien – etwa weil die Erkrankung erst vier Monate beste­ht oder einzelne Symp­tome noch nicht aus­geprägt sind.
Code: R53.0 (plus Ursachen­code wie U09.9! bei Long-COVID)
[Wenn auss­chließlich die Zeit von 6 Monat­en nicht erfüllt ist, kann der Arzt auch hier G93.30V (Ver­dacht) + U09.9!]

Diese Unter­schei­dung ist medi­zinisch bedeut­sam: Sie ermöglicht es, bere­its in der Früh­phase der Erkrankung das Vor­liegen von PEM/PENE zu doku­men­tieren und Patien­ten vor ungeeigneten Behand­lungsan­sätzen (wie etwa Aktivierung) zu schützen – noch bevor die for­male ME/CFS-Diag­nose gestellt wer­den kann.

Wichtig zu verstehen: Die Codes schließen sich gegenseitig aus

Die neuen ICD-10-Codes fol­gen einem klaren Prinzip: Entwed­er liegt eine voll­ständi­ge ME/CFS-Diag­nose vor (G93.3x) oder eine chro­nis­che Fatigue mit oder ohne PEM, die noch nicht alle Kri­te­rien erfüllt (R53.x). Eine gle­ichzeit­ige Ver­gabe bei­der Code-Grup­pen ist nicht möglich und auch nicht vorge­se­hen.

Der Grund: Die G93.3x-Codes bein­hal­ten bere­its das Vorhan­den­sein von PEM/PENE als Kern­symp­tom der Erkrankung. Eine zusät­zliche Kodierung mit R53.0 wäre daher redun­dant und wird im ICD-10-GM-Kat­a­log aus­drück­lich aus­geschlossen (durch den Ver­merk “Exkl.: Chro­nis­ches Fatigue-Syn­drom bzw. Myal­gis­che Enzephalomyelitis (G93.3-)”).

Warum PEM/PENE so entscheidend ist

Das Vorhan­den­sein oder Fehlen von PEM/PENE ist nicht nur ein diag­nos­tis­ches Detail – es ist auss­chlaggebend für die gesamte Ther­a­piepla­nung. Bei Patien­ten mit PEM/PENE sind aktivierende Ther­a­pi­en wie klas­sis­che Reha-Pro­gramme mit Train­ing­sein­heit­en kon­train­diziert. Stattdessen ist ein Pac­ing-Konzept erforder­lich, bei dem Betrof­fene ler­nen, ihre Energie sorgfältig einzuteilen und Über­las­tung zu ver­mei­den.

Die Unter­schei­dung ist auch rel­e­vant für die Beurteilung der Rehafähigkeit. Nicht jed­er Patient mit PEM/PENE ist über­haupt noch für eine Reha­bil­i­ta­tion geeignet – oder nur unter sehr spez­i­fis­chen Bedin­gun­gen.

Am Rande: Was ist PEM was PENE?

Der Begriff PEM stammt aus den kanadis­chen Kon­sen­skri­te­rien von 2003.

Wis­senschaftlich noch präzis­er ist der neuere Begriff PENE (Post-Exer­tion­al Neu­roim­mune Exhaus­tion) aus den inter­na­tionalen Kon­sen­skri­te­rien von 2011, der die neu­roim­mu­nol­o­gis­chen Prozesse bess­er erfasst.

Bei PENE liegt der Fokus auf den patho­phys­i­ol­o­gis­chen Mech­a­nis­men, wie gestörte Energiepro­duk­tion und neu­roim­mu­nol­o­gis­che Symp­tome. PENE beschreibt also dieses Kern­merk­mal von ME präzis­er.

PEM ist eher eine all­ge­meine Beschrei­bung des Zus­tands und bre­it­er gefasst sowie klin­isch (noch) zugänglich­er.

Meines Eracht­ens soll­ten in der Aufk­lärungsar­beit über ME die wis­senschaftlich neueren und präzis­eren Begriffe ver­wen­det wer­den. Eben­falls sollte mein­er Mei­n­ung nach, keines der über 100 Symp­tome, auch nicht das Chro­nis­che Fatigue Syn­drom, als Begleit­wort an dem Namen der Erkankung hän­gen. Deswe­gen schreibe und spreche ich selb­st oft nur von ME statt von ME/CFS.

Lies hier was eine Rolling-PENE ist und wie es dazu kom­men kann.

Wichtige Hinweise für die Anwendung

Ein entschei­den­der Punkt: Die R53-Codes und die G93.3x-Codes schließen sich gegen­seit­ig aus. Sie dür­fen nicht gle­ichzeit­ig vergeben wer­den. Entwed­er liegt ein voll­ständi­ges ME(/CFS) vor (dann G93.3x — dort ist PEM/PENE enthal­ten) oder eine chro­nis­che Fatigue mit oder ohne PEM, die nicht alle ME(/CFS)-Kriterien erfüllt (dann R53.0 oder R53.1).

Für Arbeit­sun­fähigkeits­bescheini­gun­gen bedeutet dies, z. B. auch laut Aus­sage von Bet­ti­na Grande: Der alte Code G93.3 ist nicht mehr all­ge­me­ingültig. Stattdessen muss, je nach­dem, ob die voll­ständi­gen ME/CFS-Kri­te­rien erfüllt sind oder nicht:

  • bei anfänglich­er oder nicht voll­ständi­ger ME, zwin­gend die Kom­bi­na­tion aus einem R53-Code plus U09.9 (bei LC) oder U12.9 (bei Post­Vac) ODER
  • bei voll­ständi­ger ME einem G93.3x-Code (dort ist PEM schon inklu­sive) ver­merkt wer­den.

Was ich, als Betroffene jetzt mache

Lei­der ist nicht davon auszuge­hen, dass alle Ärzte bere­its über die neuen Kodierun­gen informiert sind. Viele Prax­en haben die Änderun­gen möglicher­weise noch nicht in ihre Sys­teme inte­gri­ert oder sind sich der Bedeu­tung nicht bewusst.

Deshalb werde ich per­sön­lich so vorge­hen: Ich spreche meine Ärzte direkt an. Am besten informiere ich sie im Vor­feld per E‑Mail oder Brief über die Änderun­gen. Ich erk­läre, welch­er Code in mein­er Sit­u­a­tion zutr­e­f­fend ist – ob postin­fek­tiös (G93.30), nicht-postin­fek­tiös (G93.31) oder Long-COVID/­Post-VAC mit PEM/PENE ohne voll­ständi­ges ME/CFS (R53.0).

Um die Zusam­men­hänge zwis­chen den ver­schiede­nen Codes zu ver­an­schaulichen, habe ich ein Fluss­di­a­gramm erstellt. Dieses hil­ft dabei, auf einen Blick zu erfassen, welch­er Code in welch­er Sit­u­a­tion die richtige Wahl ist und wie die Entschei­dungswege ver­laufen. Das Dia­gramm find­en Sie am Ende dieses Beitrags und kann auch aus­ge­druckt wer­den, um es beim Arzt­ge­spräch zur Hand zu haben.

Die kor­rek­te Kodierung ist nicht nur eine for­male Angele­gen­heit. Sie kann darüber entschei­den, welche Behand­lung ich erhalte, welche Reha-Maß­nah­men genehmigt wer­den und wie diese Erkrankung in medi­zinis­chen und sozial­rechtlichen Zusam­men­hän­gen bew­ertet wird.

Ich hoffe, dass mich diese Vor­a­bin­for­ma­tio­nen an meine Ärzte vor falschen F‑Diagnosen schützen.

Ein praktisches Hilfsmittel: Unser ME-PAPERwork Tool

Ich weiß aus eigen­er Erfahrung und aus Gesprächen in unser­er Selb­sthil­fe­gruppe, wie über­fordernd der Umgang mit den neuen Codes sein kann – beson­ders wenn man ohne­hin durch die Erkrankung eingeschränkt ist. Deshalb arbeit­en mein Mann Tobi und ich aktuell an einem kosten­losen, web­basierten Tool, das Betrof­fe­nen die Kom­mu­nika­tion mit ihren Ärzten erle­ichtern soll.

Was ist das Tool? Es han­delt sich um einen Brief-Gen­er­a­tor, der Schritt für Schritt durch gezielte Fra­gen führt. Basierend auf deinen Angaben – etwa zur Krankheits­dauer, zum Vor­liegen von PEM/PENE, zur Ursache (z.B. EBV, COVID-19, Imp­fung) und zu weit­eren Symp­tomen – erstellt das Tool einen indi­vid­u­al­isierten Brief für deinen Arzt. Dieser Brief erk­lärt präzise, welch­er ICD-10-Code in dein­er spez­i­fis­chen Sit­u­a­tion zutr­e­f­fend ist und warum.

Wer steckt dahin­ter? Mein Mann Tobi arbeit­et für eine Bun­des-IT-Behörde, ist dort für IT-Sicher­heit und Pro­gram­mierung zuständig und seit acht Jahren als Schwer­be­hin­derten­vertreter tätig. Als er vor eini­gen Wochen fragte, wie er seine Fähigkeit­en nutzen kön­nte, um der ME-Com­mu­ni­ty zu helfen, war schnell klar: Die größte Hürde für viele Betrof­fene ist der Papierkram – Anträge, Arzt­briefe, Behör­denkom­mu­nika­tion. Daraus ent­stand unsere Vision: ein umfassendes Tool, was unter­stützt.

Daten­schutz und Trans­parenz: Das gesamte Pro­jekt ist Open Source – jed­er kann den Code ein­se­hen und nachvol­lziehen, wie das Tool funk­tion­iert. Noch wichtiger: Es wer­den kein­er­lei Dat­en auf Servern gespe­ichert oder über­tra­gen. Alle Eingaben bleiben auss­chließlich auf deinem eige­nen Gerät und wer­den nur in Ihrem Brows­er ver­ar­beit­et. Das Tool ist damit DSG­VO-kon­form und bietet max­i­male Pri­vat­sphäre.

Aktueller Stand: Wir befind­en uns noch in der Entwick­lungsphase und sind nicht ganz bere­it für umfan­gre­iche Tests. Wegen der Dringlichkeit und der Ver­wirrung rund um die neuen ICD-Codes haben wir uns aber entsch­ieden, zunächst mit einem Alpha-Test für diesen Brief an deinen Arzt zu starten. Jet­zt ist der Brief-Gen­er­a­tor ver­füg­bar unter www.mecfs-paperwork.de.

Was der Brief-Gen­er­a­tor bere­its abdeckt: Das Tool berück­sichtigt ver­schieden­ste Kon­stel­la­tio­nen, darunter:

  • ME nach EBV (G93.30 + B94.81)
  • ME nach Influen­za (G93.30 + B94.80)
  • ME nach COVID-19 (G93.30 + U09.9!)
  • ME nach anderem Infekt (G93.30 + ???)
  • ME nach COVID-19-Imp­fung (G93.31 + U12.9!)
  • ME nach Flu­o­rchi­nolon-assozi­ierte Langzeit-Neben­wirkun­gen (G93.31 + Y57.90!)
  • ME nach ander­er bekan­nter Ursache (G93.31 + ???)
  • ME nach unbekan­nter Ursache (G93.39 + ???)
  • PEM/PENE* nach EBV (R53.0 + B94.81)
  • PEM/PENE* nach Influen­za (R53.0 + B94.80)
  • PEM/PENE* nach COVID-19 (R53.0 + U09.9!)
  • PEM/PENE* nach anderem Infekt (R53.0 + ???)
  • PEM/PENE* nach COVID-19-Imp­fung (R53.0 + U12.9!)
  • PEM/PENE* nach ander­er Ursache (R53.0 + ???)
  • PEM/PENE* nach unbekan­nter Ursache (R53.0 + ???)

*Hin­weis: PEM/PENE ist vorhan­den, aber noch kein voll aus­geprägtes ME/CFS. Zum Beispiel: noch keine sechs Monate ver­gan­gen – wobei auch G93.3xV (als Ver­dacht) codiert wer­den kön­nte – ODER (noch) keine Schlaf­störun­gen ODER (noch) keine ortho­sta­tis­che Intol­er­anz.

Ein Hin­weis zur Nutzung: Das Tool ist als Infor­ma­tions- und Hil­f­sange­bot gedacht, nicht als Ersatz für ärztliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche und Gegen­le­sen durch Ärzte kön­nen Fehler nicht voll­ständig aus­geschlossen wer­den. Bitte nutze den gener­ierten Brief als Gesprächs­grund­lage mit deinem Arzt und passe ihn bei Bedarf an deine indi­vidu­elle Sit­u­a­tion an. Er wird dir deshalb als Word-Doku­ment aus­gegeben. Es kann sein, dass sich manche Ärzte auf den Schlips getreten fühlen, wenn man ihnen „etwas erk­lären möchte”. Du entschei­dest und han­delst in eigen­er Ver­ant­wor­tung.

Wir machen das alles ehre­namtlich und aus Überzeu­gung – weil wir wis­sen, wie sehr Betrof­fene Unter­stützung brauchen. Wenn du Feed­back oder Verbesserungsvorschläge hast, freuen wir uns darauf, diese in die weit­ere Entwick­lung ein­fließen zu lassen.

Ein Schritt nach vorn

Die neuen ICD-10-GM Codes für 2026 sind ein wichtiger Fortschritt in der Anerken­nung und Dif­feren­zierung von ME und Long-COVID. Sie ermöglichen eine präzis­ere Doku­men­ta­tion, bessere epi­demi­ol­o­gis­che Erfas­sung und – im besten Fall – eine indi­vidu­ellere Behand­lung.

Für die ME- und Long-COVID-Com­mu­ni­ty bedeutet dies eine Chance auf bessere medi­zinis­che Ver­sorgung. Aber diese Chance kann nur genutzt wer­den, wenn Betrof­fene und ihre Ärzte die neuen Kodierun­gen ken­nen und kor­rekt anwen­den.

Wieder ein­mal hängt es an den gut informierten Patien­ten. Informiert euch, eure Ärzte und beste­ht auf die richtige Kodierung der Erkrankung.

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